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Gut gewickelt – ist es egal welche Windel ich benutze?

Kleine Söckchen und süße Strampler sind schnell gekauft, doch an Windeln denkt man beim Gedanken an die Erstausstattung nicht sofort – auch wenn sie natürlich mindestens genauso wichtig sind. Solltest du den Platz haben, ist ein großer Wickeltisch eine schöne Sache. Dort kannst du die Windeln, Feuchttücher und Ersatzkleidung griffbereit lagern. Doch auch eine Wickelauflage auf der Badewanne birgt viele Vorteile! Bei dem kleinsten Malheur ist das Waschbecken oder die Badewanne nur eine Armlänge entfernt und alles ist schnell abgewaschen. Denn früher oder später braucht jedes Baby mal eine kleine Spontandusche, da nicht einmal die beste Windel aufhalten kann, was da manchmal rauskommt. Am Ende reicht dir aber auch eine Wickelunterlage, die du überall zum Einsatz bringen kannst. Hauptsache du hast alles griffbereit, es ist ein sicherer Platz – ob nun auf der Couch oder auch auf dem Fußboden, dies wird dein Kind nicht stören.

Wegwerfwindeln sind natürlich praktisch, da du dir viele Waschgänge sparst und so der Aufwand für einen selbst natürlich geringer ausfällt. Für die Erstausstattung brauchst du ein bis zwei Packungen der Größe 1, das reicht normalerweise völlig aus und nur besonders zierliche Babys tragen diese Größe länger als ein paar Tage. Wiegt dein Baby also zum Ende der Schwangerschaft schon deutlich über drei Kilo, dann wirst du wahrscheinlich schnell zur Windelgröße 2 wechseln. Und sollte es absehbar sein, dass der kleine Wonneproppen die Vier-Kilo-Marke überschritten hat, könntest du sogar mit der Nr. 2 anfangen.

Es gibt wirklich tolle Windel-Abo-Angebote, die du dir auch prima zur Geburt schenken lassen könntest. Der Vorteil ist hier natürlich, dass das eine kleine Sorge weniger ist im stressigen Eltern-Alltag. Überhaupt sind schöne große Windelkartons in der richtigen Größe ein super Mitbringsel, wenn dich deine Gäste mal fragen, was ‚das Baby‘ sich wünscht. Eltern wissen, dass keine Box so stabil ist, um Sachen aufzubewahren, wie die großen Windelkartons.

95% aller Kinder in Deutschland werden mit Wegwerfwindeln groß. Dadurch zeigt sich sicherlich, dass dies die gängigste und bequemste Methode darstellt. Nun stellt sich hier aber die Frage, ob die Wegwerfwindel wirklich noch zeitgemäß ist, da pro Kind ca. 5.000 bis 6.000 Windeln benötigt werden und so ca. eine Tonne Restmüll verursacht wird. Viele überlegen daher, ob Stoffwindeln oder Mehrwegwindeln eine Alternative sein könnten. Um dir hier einen Überblick der Möglichkeiten zu geben, stellen wir dir kurz die gängigen Systeme der Mehrwegwindeln vor:

Einteilig – All in One Windeln:
  • Außenhülle und Innenkern sind fest miteinander vernäht
    • Saugmaterial, Nässeschutz, Formgebung
  • Vorteile:
    • am ähnlichsten zur Wegwerfwindel
    • sehr einfach in der Handhabung
  • Nachteil:
    • eins der kostenintensivsten Systeme
      • pro Windel 25,-€ bis 30,-€ Bedarf in der Erstausstattung ca. 30 Stück
    • Saugmaterial ist fest vorgegeben
Zweiteilig – Pocketwindeln:
  • Überhose (Nässeschutz und Formgebung) mit einer Innen-Tasche, in die man das Saugmaterial einlegen kann
  • Vorteile:
    • Saugmaterial kann selbst gewählt werden und je nach gewünschter Saugkraft angepasst werden (z.B. für Tag und Nacht).
    • einfach in der Handhabung
  • Nachteile:
    • eins der kostenintensivsten Systeme
      • pro Windel 25,-€ bis 30,-€ Bedarf in der Erstausstattung ca. 30 Stück
Zweiteilig – Höschenwindel:
  • Überhose (Nässeschutz und Formgebung) + Innen-Höschen mit extremer Saugkraft
  • Vorteile:
    • Einfach in der Handhabung
    • Extrem saugfähig / gut für nachts oder Reisen
  • Nachteile:
    • sehr dick – machen einen sehr dicken Windelpo
    • kostenintensives Systeme
      • pro Windel 20,-€ bis 30,-€ Bedarf in der Erstausstattung ca. 30 Stück
Dreiteilig – Hybridsystem:
  • Überhose (Formgebung), Innenwindel (Nässeschutz) und Einlage (Saugmaterial)
  • Die Einlage wird in den Nässeschutz je nach System eingelegt oder eingeknöpft
  • Vorteile:
    • Die Überhose muss nicht bei jedem Windelwechsel ausgetauscht werden
    • Dadurch kostengünstiger
  • Nachteile:
    • Durch die drei Komponenten etwas aufwendiger im Handling

Nun noch eine kurze Materialübersicht zu dem wichtigsten Part, dem Saugmaterial:

Mikrofaser:
  • dünnes Material
  • sehr schnelle Saugkraft
  • keine hohe Speicherfähigkeit
  • Ideal für Zeiträume in dem ihr oft die Windwechseln könnt.
Baumwolle: z.B. Mullwindeln
  • schnelle Saugkraft
  • gute Speicherfähigkeit
Bambus-Viskos:
  • mittlere Saugkraft
  • hohe Speicherfähigkeit
 Hanf:
  • schlechte Saugkraft
    • Daher in Kombination mit Baumwolleinlage verwenden
  • sehr hohe Speicherfähigkeit

Zur Reinigung:

Die gebrauchten Stoffwindel können so wie sie sind mit Urin und Stuhl bei 60° mit Vollwaschmittel Pulver in der Waschmaschine gewaschen werden. Dies gilt bis ihr Beikost füttert, danach wird in die Stoffwindel ein zusätzliches Windelvlies mit eingelegt. Dieses kann entnommen werden und über die Toilette entsorgt werden. Wer generell in seiner Waschmaschine keinen Stuhlgang mit waschen möchte, kann das Windelvlies auch schon vor der Beikostfütterung mit verwenden. Für weitere Informationen kannst du gucken, ob es in deiner Nähe eine Stoffwindelberatung gibt oder online weitere Information über die Anbieter erhalten. Außerdem gibt es in größeren Städten die Möglichkeit, einen Stoffwindelverleih bzw. Waschservice zu engagieren. Du müsstest diesen Service nur beauftragen und es werden frische und saubere Windeln geliefert, und die benutzten wieder abgeholt. Ganz klarer Vorteil: du musst nichts reinigen – Nachteil sicherlich die Zusatzkosten.

Stoffwindeln sind langlebig, gut für besonders empfindliche Haut und eine Entlastung für die Umwelt. Es gibt viele Windelmarken, die auf Chemie verzichten und so nachhaltig wie möglich produzieren, probier‘ dich einfach mal quer durchs Windelregal, vielleicht findest du ja eine Lieblingsmarke, von der du vorher noch nie gehört hast? Und klar, jedes Baby ist anders, also auch jeder Baby-Popo. Plötzlich wird die eine Marke nicht mehr vertragen oder ein Jahreszeitenwechsel macht die Haut empfindlicher.

Heutzutage sind Stoffwindeln quietschbunte Höschen geworden, die je nach Modell genauso funktionieren wie eine reguläre Windel. Andere Systeme funktionieren eher wie ein Baukasten, doch auch Vokabeln wie Überhose, Pre-Fold und All-in-One sind mit ein bisschen Übung schnell gelernt. Ein weiterer Vorteil von Stoffwindeln ist, dass man sie fast ewig lang benutzen kann, wenn du sie in einer ‚One Size‘ kaufst oder für Geschwisterkinder aufbewahrst. Sie lassen sich sehr gut weiterverkaufen oder gebraucht erwerben.

Gegebenenfalls kommt für dich auch eine Mischung beider Varianten in Frage. Zum Beispiel im Sommer, bei zu heißen Temperaturen und engen Wegwerfwindeln kann schon mal ein Windelausschlag entstehen. Hier könnte ein Wechsel zwischen Wechsel- und Wegwerfwindeln empfehlenswert sein. Oder du lässt das Kind zu Hause in der Stoffwindel und nimmst für unterwegs die Wegwerfwindeln.

Am Ende ist es gerade zum Beginn wichtig wie welches System in deinen Alltag passt, so dass der Stresslevel nicht unnötig erhöht wird, je nachdem wie welches System für Dich und dein Baby gut funktioniert, solltest du entscheiden.

Noch mehr Tipps & Tricks:

13.11.2021 Babini @home: Erstausstattung: für dich und mich – was brauche ich wirklich

 

Beitragsfoto: ©pexels.com

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